6. Schulzeit und Rhythmisierung

Profil 3

Qualitätskriterium 1:
Freie Lernzeiten (z.B. zusätzliche Stunden für Schülerinnen und Schüler, Räume und Personal für Aufgabenstunden, Freiarbeit, Wochenplanarbeit, Recherchen u. a. m.) werden eingerichtet.

Ausführung, Erklärung

Das Konzept der freien Lernzeiten ersetzt die Hausaufgaben. Selbstorganisierte Projekte werden durchgeführt.

Dafür sollten geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, in denen die Schülerinnen und Schüler frei arbeiten können. Dazu gehören z.B. Lerninseln, Computerräume, Aufenthaltsräume u.ä.

Weiterführende Informationen

Beispielstundenplan einer Grundschule: Die Friedrich-Wöhler-Schule in Kassel (Siehe Powerpoint-Präsentation: www.friedrichwoehlerschule.de/ganztag
Qualitätskriterium 2:
Die Rhythmisierung umfasst Stunde, Tag, Woche und Schuljahr.

Ausführung, Erklärung

Bei der zeitlichen Gestaltung von Ganztagsschule herrscht die überwiegende Vorstellung, dass man sich an einem natürlich vorgegebenen "Rhythmus" zu orientieren habe, um auf diese Weise eine kindgerechte und lebensnahe Schule zu schaffen. Es wird unterschieden zwischen innerer, äußerer und Binnen-Rhythmisierung.
 
Die innere Rhythmisierung ist der Lernrhythmus, dem der Lernende beispielsweise aufgrund seines individuellen Lerntempos folgt. Die äußere Rhythmisierung bezieht sich auf die Organisationsebene der Schule als Ganzes.
Beispiele äußerer Rhythmisierung:
 
Stundenrhythmisierung:
Die sogenannte Binnenrhythmiserung ist die zeitliche Gestaltung einer Unterrichtseinheit durch den Lehrer. Modelle der Rhythmisierung können dabei sein:
• 45min-Taktung (klassisches Modell)
• 60min-Taktung
• 80min-Taktung
• 90min-Taktung (gängigstes Modell bei der Auflösung des 45min-Taktes)
 
Tagesrhythmisierung:
Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung.
Berücksichtigung der individuellen Leistungskurve von Schülern.
Die Strukturierung des Tagesablaufs ist eng verbunden mit didaktischen Entscheidungen (v.a. Formen der Lernorganisation)
 
Wochenrhythmisierung:
Altersgemäß spürbare Einteilung und Strukturierung des Wochenablaufs durch festgelegte, regelmäßig wiederkehrende Ereignisse / Aktivitäten (z.B. Montagskreis, Klassenstunde am Freitag, festgelegte Phasen von Freiarbeit, Bewegungspause usw.).
Jahresrhythmisierung:
Arbeit mit einem Jahresplan, der die strukturierenden und besonderen Ereignisse im Jahreslauf für die Schulgemeinde nachvollziehbar festlegt (z.B. Ausflüge, Fahrten, Feste, Sprechtage, Klausuren, Prüfungen, Besuche durch Austauschpartner, ... ).

Weiterführende Informationen

Praxis:
Beispiel für Wochenplanarbeit an der Friedrich-Wöhler-Schule, Kassel (Grundschule)

Literatur:
Hildebrandt-Stramann, Reiner: Zeit- und Raumkonzepte in der bewegten Ganztagsschule: Rhythmisierung und körperliche Aufführungspraxis in der Schule. Hohengehren 2010.

Nickening, Ruth: Pädagogische Zeitstrukturen: Rhythmisierung in der Grundschule. Hamburg 2000.

Qualitätskriterium 3:
Anwesenheitszeiten, Koordinations- und Kooperationszeiten für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ganztag sind auf das Ganztagsangebot abgestimmt.

Ausführung, Erklärung

Informationen folgen.