Bundeskongress des Ganztagsschulverbandes 2013

Ein Bericht von Gunild Schulz-Gade

„Praxis Ganztagsschule – Schulkultur als eine multiprofessionelle Aufgabe“ - mit diesem
Titel griff der diesjährige Kongress des Ganztagsschulverbandes am 20. bis 22. November 2013 in Augsburg ein Thema auf, das zurzeit stark diskutiert wird, wenn es darum geht Schulen in Deutschland zukunftsfähig zu gestalten. Das Programm bot den Teilnehmer/innen theoretische Einblicke in ausgewählte ganztagspädagogische Themen und vielfältige Gelegenheiten für praktische Erfahrungen.

Frau Professor Dr. Sylvia Iris Beutel (TU Dortmund) eröffnete mit ihrem Vortrag „Vom Umgang mit der Vielfalt in der Praxis der Ganztagsschule“ den thematischen Teil des Kongresses.

In der anschließenden Regionalinformation erklärte Julian Hömberg vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus die Entwicklung und aktuelle Situation der Ganztagsschulen in Bayern, informierte über die für das Bundesland geltenden Qualitätsrahmen für Ganztagsschulen und verdeutlichte Entwicklungsziele für die kommenden Jahre. Der erste Tag schloss mit Tanz und Musik im Tagungshotel St. Ulrich.

Den zweiten Kongresstag eröffnete Prof. Dr. Heinz Günter Holtappels (TU Dortmund) mit seinem Vortrag „Welche Entwicklung nimmt die Ganztagsschule?“. Mit den in seinem Vortrag aufgeworfenen Fragen und kritischen Überlegungen brachen die Teilnehmer/innen anschließend zu den Schulbesuchen in  Augsburg, dem Umland und auch nach München auf. Im Rahmen der Besuche lernten sie die bayerische Form des Ganztagszuges kennen und erhielten unterschiedliche Einblicke in die Umsetzung ganztägiger Konzeptionen, die sich hinsichtlich der Qualität teilweise deutlich voneinander unterschieden.

Am Nachmittag referierte Fritz Reheis (Universität Bamberg) zur „Entschleunigung des Lernens – die Befreiung vom Hamsterrad“, in dem er unterschiedliche Zeit-Begriffe in Natur und Kultur reflektierte.

Für den Austausch über regionale Fragen und Themen boten „Bundeslandbezogene Praktikergespräche“ Gelegenheit. Am Abend gab es die Möglichkeit zu einer Stadtbesichtigung oder zu der Teilnahme an einem Orgelkonzert in der weithin bekannten Basilika.

„Strategien für ein gutes Lernklima in der Ganztagsschule. Braucht die Schulkultur eine Klimakonferenz?“ - mit diesem Beitrag von Wolfgang Endres (Studienleiter, St. Blasien) schloss die Reihe der Hauptvorträge am Freitag.

Ein letzte Möglichkeit zur aktiven Teilnahme boten die zahlreichen Workshops und Arbeitskreise, die sich u.a. mit Themen wie „Game-based-learning“, „Vision Bildungshaus“, „Inklusion in der Schule“ und „Lernzeiten in der Ganztagsschule“ befassten.

Der Kongress schloss mit der Mitgliederversammlung des Ganztagsschulverbandes, vor allem aber mit dem guten Gefühl, wertvolle Anregungen und Ideen für die eigene Arbeit mitnehmen zu können.

Autorin: Gunild Schulz-Gade, Serviceagentur „Ganztägig lernen“ Hessen
Datum: 11.12.2013
© www.hessen.ganztaegig-lernen.de

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